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Re: Was Zahlt Ulisses?

Verfasst: Mo 25. Apr 2016, 22:50
von StillerBeobachter
Ich denke, mit dem kostenlosen Download wollte der Uhrwerk eine neue Marke (bzw. ein neues Rollenspiel-System) im doch mittlerweile recht breit aufgestellten (deutschen) Markt etablieren - und ich würde sagen, er hat es geschafft.

Splittermond hat die Aufmerksamkeit der Spielerschaft auf sich gezogen (würde ich zumindest sagen).

Außerdem hat einer der Geschäftsführer vom Prometheus-Verlag geschrieben, dass trotz allem der deutsche Spieler wohl dazu neigt, Papier in den Händen halten zu wollen (und nicht nur pdf-Dokumente einzeln kauft, sondern überwiegend das gedruckte Buch und als "Bonus" die pdf-Datei). Wenn man das auf Splittermond übertragen kann, hat der Uhrwerk-Verlag durch ein kostenloses Online-Produkt den Verkauf eines Druckwerkes angekurbelt - mutig, aber es scheint sich auszuzahlen.

Außerdem - wer auch in der Welt von Splittermond spielen will, muss dann doch Geld berappen. Und ein einfacher Welt-Band sieht allein im Regal etwas einsam aus - da muss doch noch ein Regelband dazu ... :lol:

Prima Verkaufs-Strategie, würde ich sagen!

Re: Was Zahlt Ulisses?

Verfasst: Di 26. Apr 2016, 09:32
von Liechtenauer
StillerBeobachter hat geschrieben:
...mutig, aber es scheint sich auszuzahlen.

Prima Verkaufs-Strategie, würde ich sagen!
Wie kommst du darauf? Hast du tieferen Fakteneinblick zur Kausalität zwischen tatsächlichen Absatzzahlen und der Entscheidung das digitale, vollfarbige Komplettregelwerk kostenlos rasuzugeben?

Das soll jetzt kein Angriff sein, aber wir sind hier leider alle sehr spekulativ unterwegs. Ich vertrete eher die These, dass Splittermond schon aufgrund der guten PR im Vorfeld und des hohen Invests in kostenlose Schnellstarter und Demorunden einen großen Bekanntheitsgrad erreicht hat und sich mit der Entscheidung eher geschadet hat in Puncto Umsatz. Ist aber halt auch nur eine Einschätzung.

Was ich echt mal spannend fände wäre eine Umfrage unter uns (erweiterten) Kellerkindern zum Kaufverhalten was diese Frage angeht. Würdet ihr euch ein Regelwerk eher kaufen, wenn ihr vorher das kostenlose PDF gelesen habt? Wie sieht es in Punkto Zahlungsbereitschaft aus? Das wird zwar aufgrund der Stichprobengröße in unserem Kreis nicht unbedingt statistisch repräsentativ, aber interessant fände ich es schon.

Leider hab ich grad keine Zeit sowas aufzusetzen aber ich glaube unsere Homepager würde von den Tools her so eine Umfrage hergeben, oder?

Re: Was Zahlt Ulisses?

Verfasst: Di 26. Apr 2016, 12:53
von Skyknight
Xengar hat geschrieben:Das komplette Splittermond-CRB für umme? Alter Schwede, das ist mal deluxe dämlich.
Einen Schnellstarter für lau ok. Das ist Super ums kennen zu lernen, aber das komplette Regelwerk? da kauft das doch kein Schwein mehr.
Bei mir ist es tatsächlich so wie StillerBeobachter schreibt. Ich lese sehr ungern längere Texte am Monitor und ein Tablet das ausreichend groß ist um die Schrift zu entziffern ohne Augenkrebs zu bekommen ist mir viel zu teuer, also wäre die Gedruckte für mich die einzige Möglichkeit um ein Regelwerk irgendwo hin mitzunehmen(mein PC ist viel zu schwer und mit USB Stick müßte ich immer jemanden fragen, ob ich seinen PC benutzen darf). Auch wenn viele Gedrucktes für tot halten, wird eine digitale Datei einem echten Buch niemals das Wasser reichen können. Daher würde ich mir, wenn ich tatsächlich vorhätte Splittermond zu spielen und genau wüßte, daß ich auch ne Gruppe zusammen bekomme auf jeden Fall das Regelwerk zulegen. Ich habe auch ein paar andere Regelwerke aus zweifelhafteren Quellen auf meinem PC, trotzdem habe ich mir von den Werken, die ich oft benötige die Bücher gekauft und benutze die weit öfter zum Nachschlagen!

Schnellstarter sind okay, wenn man während des Spieles nicht immer in zig Büchern blättern will um die wichtigsten Regeln parat zu haben, bieten aber kaum Einsicht in die Charaktekreation, Fertigkeiten und Spieltiefe! Dafür ist zumindest das GRW Pflicht, je nach System vielleicht sogar noch 1-2 Erweiterungen!

Ich sage ja nicht daß die digitale Version komplett umsonst sein muss, ich denke nur die Preise sind hier genau wie bei den Gedruckten sehr überzogen und übersteigen das was normale Menschen dafür ausgeben würden um ein Vielfaches. Ich denke 3-5€ wären für eine digitale Fassung die keine zusätzlichen Produktionskosten nach der ursprünglichen Veröffentlichung mehr verschlingt noch gerechtfertigt. Alles darüber ist in meinen Augen Wegelagerei und geht hoffentlich dank der Aktion von Uhrwerk etwas herunter!

Im Augenblick sieht die Gesamtsituation doch so aus:
Verlag produziert in geringer Auflage und erhöht die Preise um die Mitarbeiter bezahlen zu können. Höhere Preise führen zu weniger Käufern und das wiederum zu verringerter Auflage und weiter erhöhten Preisen und dann wieder weniger Käufern. Ein Teufelskreis der dazu führt daß die Nische für Rollenspiele immer kleiner wird, bis sie irgendwann ganz verschwinden, oder nur noch Indie Produkte erscheinen die man sich selbst herunterladen und ausdrucken muß.
Das einzige was dagegen helfen würde, wäre wenn sich viele kleine Verlage zu einem Großen zusammentun, dann größere Auflagen für weniger Geld produzieren und auch etwas in Werbung investieren. Aber das halte ich für eher unwahrscheinlich. So werden alle weiter ihr eigenes Süppchen kochen und irgendwann in Insolvenz gehen. Dann werden andere versuchen ihre Stelle einzunehmen und irgendwann ein paar Jahre später genauso enden. Das wird sich dann ein paarmal wiederholen, bis irgendwann jemand zu dem Schluß kommt, daß sich diese Art von Geschäft nicht lohnt und keiner mehr nachfolgt.
Vielleicht irre ich mich aber auch und ein neuer Rollenspielboom bricht bald aus, aber erfahrungsgemäß kann ich sagen, daß ich mit Vermutungen die auf meinen Beobachtungen basieren, sehr oft richtig liege!

Natürlich kann ich niemanden zwingen meine Ansichten zu verstehen oder gar zu teilen.

Re: Was Zahlt Ulisses?

Verfasst: Di 26. Apr 2016, 16:00
von Liechtenauer
Skyknight hat geschrieben:Ich sage ja nicht daß die digitale Version komplett umsonst sein muss, ich denke nur die Preise sind hier genau wie bei den Gedruckten sehr überzogen und übersteigen das was normale Menschen dafür ausgeben würden um ein Vielfaches...
Aha, nur weil ich die aktuellen Preise für PDFs und gedrucktes angemessenen finde, bin ich jetzt schon kein "normaler Mensch" mehr? Ich glaube wir führen die Diskussion lieber beim nächsten Stammtisch vor der Villa Kontor weiter...

Und abgesehen davon vergisst du bei deinem ganzen Rumgejammer über die gute alte Zeit den Faktor "Geldwertentwicklung". Schau dir mal an, was damals eine Cola in ner Kneipe gekostet hat und vergleiche das mit den heutigen Preisen...

Re: Was Zahlt Ulisses?

Verfasst: Di 26. Apr 2016, 16:50
von xengar
Liechtenauer hat geschrieben:
Skyknight hat geschrieben:Ich sage ja nicht daß die digitale Version komplett umsonst sein muss, ich denke nur die Preise sind hier genau wie bei den Gedruckten sehr überzogen und übersteigen das was normale Menschen dafür ausgeben würden um ein Vielfaches...
Aha, nur weil ich die aktuellen Preise für PDFs und gedrucktes angemessenen finde, bin ich jetzt schon kein "normaler Mensch" mehr? Ich glaube wir führen die Diskussion lieber beim nächsten Stammtisch vor der Villa Kontor weiter...

Und abgesehen davon vergisst du bei deinem ganzen Rumgejammer über die gute alte Zeit den Faktor "Geldwertentwicklung". Schau dir mal an, was damals eine Cola in ner Kneipe gekostet hat und vergleiche das mit den heutigen Preisen...
Naja, in einem Punkt hat Skyknight doch recht...wenn ich mir "andere" Rollenspieler so anschaue, die ich in den vergangenen Jahren kennenlernen durfte, dann ist es schon recht aussergewöhnlich, das hier so viele RP'ler "gehäuft" auftreten, die nicht gerade wenig für Ihr Hobby ausgeben. -> Specialeditions, Kickstarter, Sonderkollektionen, GRT Organisation etc. Das ist leider nicht die Regel und auch nicht die Norm. Was für diese "Szene" extremst armseelig ist... meiner bescheidenen Meinung nach. Klar, nicht jeder hat die Kohle mal eben 150€ fürn Kickstarter rauszuhauen oder sich nen Regelwerk für 60€ zu kaufen.
Aber der "Markt" an "gesharetem Material" boomt, Megaupload und Co beherbergen nahezu jedes Regelwerk zig Supplemente etc. das es gibt. In Foren braucht man nur fragen und bekommt alles geteilt was zum spielen benötigt wird. So kann jeder dem Hobby nachgehen, ohne dafür Geld ausgeben zu müssen.
Wenn das nur Leute betreffen würde, die sonst garnicht spielen und somit eine "Bereicherung" für die stattfindenden Sessions sind, ok verschmerzlich, an denen geht ja kein Geld verloren. ABER wenn das die eigentlichen Konsumenten betrifft, die sich das Zeug runterladen anstatt dafür zu bezahlen, was sie im normalfall machen würden, dann geht den Verlagen/Autoren einiges an Einnahmen verloren. DAS ist mit einer der Gründe warum nur in kleiner Auflage produziert wird. "Die eigentliche Kundschaft versorgt sich eh für lau" ... Den Punkt sollte man nicht ausser acht lassen.

Klar, wenn die Preise niedriger wären, dann bestünde die Möglichkeit das Leute die jeden Teuro umdrehen müssen eher bereit wären was zu kaufen. Aber in diesem Punkt bin ich der Ansicht, das das den "Konsum" fördert aber nicht nachhaltig dem Genre hilft. Denn durch ein Überangebot zu spottpreisen blättert man mal durch erster Eindruck 1-2 Sachen stören, Buch wird ad acta gelegt. Wenn man ne Zeitlang drauf sparen muss und sich überlegt, was man kauft dann befasst man sich auch intensiver damit, dann denke ich, das derjenige das teuer erkaufte auch zu schätzen weis und auch nachhaltiger dem Genre treu bleibt.

Das ist aber eine reine Philosophie Sache...

Fakt ist: es gibt keine saubere Lösung, weil Konsumenten keine saubere und vor allem faire Lösung wollen. Konsumenten wollen idR das volle Programm für ein Minimum an monetärem Einsatz. Was natürlich nicht funktionieren kann.

Re: Was Zahlt Ulisses?

Verfasst: Di 26. Apr 2016, 20:22
von Skyknight
Liechtenauer hat geschrieben:
Skyknight hat geschrieben:Ich sage ja nicht daß die digitale Version komplett umsonst sein muss, ich denke nur die Preise sind hier genau wie bei den Gedruckten sehr überzogen und übersteigen das was normale Menschen dafür ausgeben würden um ein Vielfaches...
Aha, nur weil ich die aktuellen Preise für PDFs und gedrucktes angemessenen finde, bin ich jetzt schon kein "normaler Mensch" mehr? Ich glaube wir führen die Diskussion lieber beim nächsten Stammtisch vor der Villa Kontor weiter...

Und abgesehen davon vergisst du bei deinem ganzen Rumgejammer über die gute alte Zeit den Faktor "Geldwertentwicklung". Schau dir mal an, was damals eine Cola in ner Kneipe gekostet hat und vergleiche das mit den heutigen Preisen...
Wer ist schon normal? :D Ich jedenfalls nicht!
Aber ich gebe zu daß der Begriff etwas unglücklich gewählt war. Vielleicht klingt "durchschnittlicher potentieller Konsument(nachfolgend DPK genannt)" besser? Klar gibt es immer den ein oder anderen, der gerne etwas mehr bezahlt wenn dafür alles schön bunt ist, oder die die am liebsten alles geschenkt haben wollen. Der DKP liegt irgendwo dazwischen und möchte ein angemessenes Preis/Leistungs-Verhältnis!
Und genau da liegt mMn das Problem, da man zur Zeit nur zwischen teurem Glitter und minderwertigem Schrott, der dem DPK für die gebotene Qualität immer noch zu teuer erscheint, wählen kann. Die meisten haben einfach eine ganz falsche Vorstellung davon, welche Preise für ein angebotenes Produkt angemessen sind und wundern sich trotzdem noch daß viele DPK's es sich dann auf anderem Wege beschaffen. Aber egal, den Verlust kann man ja auch noch den 10% draufschlagen die eh kein Problem damit haben mehr zu bezahlen(Achtung Sarkassmus)!
Ich könnte auch einen Roman schreiben und 40€ dafür verlangen und 15€ für die Digitalversion. Wieviele würde ich wohl verkaufen? Da beide Preise von mir von Anfang an zu hoch angesetzt waren, vielleicht eine digitale, die danach umsonst auf torrents verteilt wird!

Specialeditions sind schön und gut, aber auch da nur wenn das Preis/Leistungs-Verhältnis stimmt! Wenn die einzigen Unterschiede zwischen einem 50€ Regelwerk und einem 150€ Regelwerk der Preis, ein Ledereinband und eine limitierte Stückzahl sind, rechtfertigt das in meinen Augen nicht den Preisunterschied! Für 10€ bekommt man qualitativ hochwertiges Leder bei Ebay, kann sich selbst einen Einband basteln und hat dann ein echtes Einzelstück!

Zur "Geldwertentwicklung" kann ich nur sagen, finde ich auch nicht schön daß wir inzwischen DM-Preise in EUR haben. Das bedeutet alles ist doppelt so teuer wie damals und manches sogar noch mehr! In einer Kneipe zahlt man nicht nur für die Cola sondern auch fürs Ambiente. Damals wie heute bekam man für den gleichen Preis im Laden fast einen ganzen Kasten, was übrigens der Grund ist warum ich mich immer den ganze Abend an einer einzigen Cola festhalte!

Argh, warum schreibe ich hier immer halbe Romane im Forum?

Re: Was Zahlt Ulisses?

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 10:17
von xengar
Skyknight hat geschrieben:...
In einer Kneipe zahlt man nicht nur für die Cola sondern auch fürs Ambiente.
Aber das ist doch genau der Kackpunkt, du zahlst ja nicht nur das Papier:
-Autor
-Illustrator
-Lektor
-Korrektor
-Drucker(Person)
-Material
-Lager und Logistik
-Buchbinder (ist idr in der Druckerei bereits im Angebot mit drin)
-Marketing
-Buchhaltung (HR inkls)
-Investor (idR der Verlag)
-IT
- das was ich vergessen hab...
-Buchhandel/Shopbetreiber

Das alles muss ja irgendwo bezahlt werden, das ist nicht wirklich mit einem Buch getan. Bei einer Digitaldistribution kommt ja dann auch noch die IT dazu die eine 24h verfügbarkeit gewährleistet, der Staat kassiert dann auch noch ab.
D.h. wenn du alles aufaddierst und auf einen kostensatz von sagen wir 20€ für ein Buch kommst, dann musst Du es beim Endkunden für 40€ anbieten damit du überhaupt halbwegs wrtschaftlich arbeiten kannst. (von irgnedwas willst ja auch leben) ziehst du davon dann die materialkosten ab bist bei vllt 15€ d.h. du müsstest es für ca 30€ digital anbieten. hast Du die Menge X erreicht sprich das alle auslagen gedeckt sind und du im bereich des reinen gewinns bist, dann kannst den preis für druck und pdf nochmal reduzieren. aber bis dahin muss das ganze erstmal höher angesetzt werden.

Ich stimme Dir in dem Punkt absolut zu, das Preis-Leistung einer Collectorsedition auf jeden Fall stimmen muss. Aber was den Unterschied zwischen "passt" und "passt nicht" betrifft, der Variiert extremst von einem Produkt zum anderen. "Nur weil die Auflage limitiert ist und da ne Zahl drin steht" ist mEn kein Grund zum Kauf gegeben(das mögen andere anders sehen^^). Da ein Wiederverkauf (der dann im Hintergrund steht) eh nur in der Form erfolgen kann, dass ein Produkt nur soviel Wert ist, wie ein Kunde bereit ist, dafür zu zahlen. Führt dann zu dem Schluss: "Hat man keinen Käufer dann ist ein Produkt nichts wert" - maximal ein ideeller Wert, persönlicher Natur, mag dann vorliegen, wenn überhaupt.
Ein schöner Ledereinband, Goldschnitt, Imprint, saubere Bindung, qualitativ hochwertiger Druck alles Kriterien die mEn den Wert eines Buches steigern.

Argh, warum schreibe ich hier immer halbe Romane im Forum?
Weil Du hier in Ruhe mal Frust rauslassen kannst ohne das Dich alle 2 Minuten jemand unterbricht ;)
Da kann so ein Monolog auch schonmal länger werden, ich kenn das Phänomen nur allzu gut ^^

Re: Was Zahlt Ulisses?

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 13:22
von Skyknight
xengar hat geschrieben:Ein schöner Ledereinband, Goldschnitt, Imprint, saubere Bindung, qualitativ hochwertiger Druck alles Kriterien die mEn den Wert eines Buches steigern.
Stimmt, die ersten drei Dinge erhöhen den Wert eines Buches, aber sicher nicht auf den doppelten oder dreifachen Preis!
Die beiden Letztgenannten sollten allerdings als anerkannter Standard gelten. Denn niemand möchte unsauberen Druck oder eine Bindung wo nach einem Jahr die Seiten anfangen herauszufallen wie damals bei WestEndGames(old Star Wars D6 anyone?)! In keinem Buch, oder?

Re: Was Zahlt Ulisses?

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 13:49
von xengar
Skyknight hat geschrieben:
xengar hat geschrieben:Ein schöner Ledereinband, Goldschnitt, Imprint, saubere Bindung, qualitativ hochwertiger Druck alles Kriterien die mEn den Wert eines Buches steigern.
Stimmt, die ersten drei Dinge erhöhen den Wert eines Buches, aber sicher nicht auf den doppelten oder dreifachen Preis!
Die beiden Letztgenannten sollten allerdings als anerkannter Standard gelten. Denn niemand möchte unsauberen Druck oder eine Bindung wo nach einem Jahr die Seiten anfangen herauszufallen wie damals bei WestEndGames(old Star Wars D6 anyone?)! In keinem Buch, oder?
Bei manchen low budget Druckerein ist das aber nicht ungewöhnlich.
Bei einer Qualitativ hochwertigen Druckerei sollte das nicht vorkommen.

Wenn der Endpreis halt sinken muss, dann musst Du in den einzelpunkten sparen wo es geht. sprich: die billigste Druckerei bekommt den Zuschlag, selbst wenn dabei 20% Müll mitkommt.
Es ist teilweise billiger low-quality Müll zu entsorgen als das Angebot einer hochpreis Druckerei anzunehmen.

hab mal fürn Werbemailing Preise angefordert:
Die Preisrange ging von 1,8k bis 13k für exakt das gleiche.
Auflage 50k. reiner Druck bei allen gleiche Qualitätstufe, gleiches Papier, gleiches Layout, gleicher Service Umfang...

Wenn das jetzt ein Print Produkt zum Verkauf gewesen wäre, dann würde der Endpreis massiv von diesen Kostenpunkt beeinflusst werden.

Re: Was Zahlt Ulisses?

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 13:57
von Liechtenauer
Skyknight hat geschrieben: ...Der DKP liegt irgendwo dazwischen und möchte ein angemessenes Preis/Leistungs-Verhältnis!
Und genau da liegt mMn das Problem, da man zur Zeit nur zwischen teurem Glitter und minderwertigem Schrott, der dem DPK für die gebotene Qualität immer noch zu teuer erscheint, wählen kann.

Die meisten haben einfach eine ganz falsche Vorstellung davon, welche Preise für ein angebotenes Produkt angemessen sind
Richtig, und einer davon bist du.

Ich hab weniger ein Problem mit dem Begriff "normaler Mensch" an sich, sondern mit deinem fehlgeleiteten Selbstbewusstsein, mit dem du dich hier als den "durchschnittlichen potentiellen Konsumenten" hinstellst. Schon mal auf die Idee gekommen, dass du eher der Knauser am unteren Ende der Skala bist? Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass dein einziger Maßstab für ein angemessenes Preis/Leistungsverhältnis dein eigener Geldbeutel ist. Dein Äpfel-mit-Birnen Vergleich mit dem Roman als Vergleichsmaßstab lässt jedenfalls darauf schließen (Hast du die Artikel um die es hier im Kern geht überhaupt gelesen?).

Ich finde 40 oder 50 Euro für ein Grundbuch in zeitgemäßer Qualität IST ein angemessenes Preis/Leistungsverhältnis. Und die meisten Rollenspieler die ich so kenne denken genauso (sind ein paar hundert, wir sind öfter umgezogen)

Mag sein, dass ich auch nicht der "typische DPK" bin und meine wenige Zeit neben Beruf und Familie halt mit höherem RPG-Ausgaben und Sammeln kompensiere (wobei ich keine einzige Limited Edition in meiner Sammlung habe). Aber du bist das auch nicht. Zumindest sehe ich hier im Thread keinen außer dir sich so vehement über die Preise von allem beklagen. Es gibt nicht nur den ein oder anderen, der gerne etwas mehr bezahlt wenn alles schön bunt ist, sondern ich behaupte es ist die große Mehrheit.

Ich will jetzt nicht gemein sein, aber Inflation und Geldwertentwicklung ist nun leider einmal eine ökonomische Tatsache in allen Volkswirtschaften die pro Land mal mehr oder weniger stark ausgeprägt ist. Und wenn sich dein Einkommen nicht entsprechend mitentwickelt hat, dann kannst du dafür doch nicht die Verlage verteufeln, weil deine DSA Box keine 40 D-Mark mehr kostet. Stell dir vor, kurz nach dem zweiten Weltkrieg hat ein Laib Brot noch 50 Pfennig gekostet. SKANDAAALLL, stellt die gesamte Bäckerzunft an die Wand, die Verbrecher! (DAS ist Sarkasmus).

Und wenn schon mal ein Verlag eine Low-Budget Variante auf den Markt bringt, dann ist dir das auch nicht recht und selbst die soll nochmal weniger kosten.

Da setzt bei mir echt die Logik aus, wie man zu so einer Erwartungshaltung kommt. Denn damit treibt man die wenigen verbliebenen Verlage höchstens aus dem Geschäft.

Das wirkliche Problem, und das wurde ja schon mehrfach gesagt hier, ist die Nachwuchsgewinnung und nicht der Preis. Rollenspiel muss man erleben, damit es zündet.