Was Zahlt Ulisses?

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Chaosmeister
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Was Zahlt Ulisses?

Beitrag von Chaosmeister » Di 19. Apr 2016, 16:17

Interessanter Artikel von Ulisses der sich mit den Kosten für ein RPG Produkt auseinandersetzt.

http://www.ulisses-spiele.de/neuigkeite ... t-ulisses/
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Gunnar
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Re: Was Zahlt Ulisses?

Beitrag von Gunnar » Di 19. Apr 2016, 16:39

da ist schon was Wahres daran, bei geringe Auflagen hat man einfach einen höheren Herstellungspreis.
Allerdings sind bestimmte Auflagen gleich vergriffen und der Großteil schaut in die Röhre...mir so bei der Neuauflage von Berge des Wahnsinns...
Desmond
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Re: Was Zahlt Ulisses?

Beitrag von Desmond » Di 19. Apr 2016, 18:13

Bei den Zahlen wundere ich mich über die Preise für die Grundregeln von SR UND CoC. Macht Pegasus da noch Gewinn mit den Büchern. Und dann bringen sie auch noch verstärkt Abenteuerbände für CoC heraus.
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xengar
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Re: Was Zahlt Ulisses?

Beitrag von xengar » Di 19. Apr 2016, 20:17

Desmond hat geschrieben:Bei den Zahlen wundere ich mich über die Preise für die Grundregeln von SR UND CoC. Macht Pegasus da noch Gewinn mit den Büchern. Und dann bringen sie auch noch verstärkt Abenteuerbände für CoC heraus.
pegasus will ganz klar auf breiter masse gewinn machen, sprich extrem hohe auflage, sehr viele verkäufe niedrige einzelmarge
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Gunnar
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Re: Was Zahlt Ulisses?

Beitrag von Gunnar » Do 21. Apr 2016, 08:47

durchaus ein passendes Konzept, da man damit Einsteiger anspricht und damit seine Verkaufszahlen puschen kann. Natürlich wird es dadurch auch billiger in der Produktion.
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xengar
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Re: Was Zahlt Ulisses?

Beitrag von xengar » Do 21. Apr 2016, 09:18

wenn es denn aufgeht
dummerweise hats den erzieherischen effekt auf den endkunden, das regelwerke nix kosten müssen.
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Chaosmeister
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Re: Was Zahlt Ulisses?

Beitrag von Chaosmeister » Fr 22. Apr 2016, 08:09

Das sehe ich auch als Problem. Pegasus Verkauft die Grundregelwerke mit Verlust und hofft auf Folgegeschäft um das auszugleichen. Die Preise erwecken eine vollkommen irrsinnige Erwartungshaltung beim Endkunden. Ich verstehe wie man was wie Savage Worlds für 10 Verkaufen kann, das ist klein und auch vom Artwork nicht so extrem anspruchsvoll. SR ist das Gegenteil davon. Dazu kommt das wir noch keine Langzeiterfahrung mit diesen Druckwerken haben. Ich habe im Regal ein 2.01D von SR stehen, das ist immer noch in Top zustand. Wie das mit diesen Supergünstigen Chinahardcovern ist bleibt abzuwarten. Das es aber irgendwo eine Einsparung geben musste ist unabänderlich.

Der Sprung zu Vollfarbe überall war in den Boomzeiten das RPG ein Fehler, man hat sich dadurch eine zwang auferlegt den man mit den heutigen Zahlen einfach nicht mehr halten kann. Im Artikel kann man ganz klar herauslesen das die Verlage "über ihre Verhältnisse" veröffentlichen, das kann auf dauer nicht gut gehen. Mir wäre es lieber die Preise würden Realistischer werden. Ja, auch ich würde massiv weniger Bücher kaufen, das dürfte die Deutschen Verlage aber kaum Stören da ich bisher eh fast nichts auf Deutsch kaufe weil es einfach zu lange dauert bis das was ich will in Deutsch draußen ist. Ich denke etwas höhere Preise dafür besser bezahlte Übersetzer und schnellerer Turnaround hätte unter dem Strich einen positiven Effekt auf die Verkaufszahlen. Lasst mich nicht ein Jahr oder länger warten, sondern besser Zeitgleich oder maximal 4 Wochen und dann ist alles gut. Viele im Hobby sind international unterwegs dank Google+, Facebook und co und wollen auch mit anderen Fans mitreden können. Und wenn dann die Bücher ausbleiben hole ich mir lieber das Original. Und da bin ich bei weitem nicht der Einzige. Heutzutage ist Englisch auch in den meisten Berufen so wichtig das es fast keine Hürde mehr ist, anders als in den 80ern.
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Re: Was Zahlt Ulisses?

Beitrag von Skyknight » So 24. Apr 2016, 19:45

Also eigentlich bräuchte ich keine vollfarbigen Regelwerke auf Hochglanzpapier. Mir reicht wenn es einfach und funktionell ist. Dafür dürften dann aber auch die Preise wieder etwas runtergehen.

Ich meine, es hat doch früher auch geklappt Grundregelwerke für 40DM(ja meine erste DSA Box kostete damals 39,95DM und enthielt nebenbei noch 2W6, 1W20 und einen Abrißblock mit Helden- und Meisterdokumenten) in die Läden zu bringen. Wenn man dann sieht daß die heute 50€ kosten(ohne jegliches Zubehör) sollte man sich nicht wundern, daß immer kleinere Stückzahlen überhaupt verkauft werden und man im Gegenzug wieder die Preise erhöhen muß um keinen Verlust zu machen, was wiederum dazu führt, daß noch weniger verkauft werden.

Gibt es wirklich weniger Spieler als damals daß das Hobby wieder dermaßen in seine kleine Nische zurückgedrängt wurde, oder hatten die einfach nur die Schnauze voll für Glitz den kein Mensch braucht mehr zu bezahlen?
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Re: Was Zahlt Ulisses?

Beitrag von xengar » So 24. Apr 2016, 20:14

Skyknight hat geschrieben:Also eigentlich bräuchte ich keine vollfarbigen Regelwerke auf Hochglanzpapier. Mir reicht wenn es einfach und funktionell ist. Dafür dürften dann aber auch die Preise wieder etwas runtergehen.

Ich meine, es hat doch früher auch geklappt Grundregelwerke für 40DM(ja meine erste DSA Box kostete damals 39,95DM und enthielt nebenbei noch 2W6, 1W20 und einen Abrißblock mit Helden- und Meisterdokumenten) in die Läden zu bringen. Wenn man dann sieht daß die heute 50€ kosten(ohne jegliches Zubehör) sollte man sich nicht wundern, daß immer kleinere Stückzahlen überhaupt verkauft werden und man im Gegenzug wieder die Preise erhöhen muß um keinen Verlust zu machen, was wiederum dazu führt, daß noch weniger verkauft werden.

Gibt es wirklich weniger Spieler als damals daß das Hobby wieder dermaßen in seine kleine Nische zurückgedrängt wurde, oder hatten die einfach nur die Schnauze voll für Glitz den kein Mensch braucht mehr zu bezahlen?
Wenn Du belastbare Antworten auf diese Fragen findest, wirst Du Millionär. Jede Firma, jeder Konzern wird dich mit Geld überschütten, wenn Du das beantworten kannst.

Das Problem dabei ist, das es "den Kunden" nicht gibt. Es gibt Leute die Sammeln und Regalmeter vollbekommen wollen, es gibt Leute die nur Collectors editionen jagen und im Grunde nicht spielen, es gibt leute die nichts ausgeben wollen und trotzdem alles haben wollen, es gibt leute die immer nur das neuste haben wollen.

Usw.usw.usw... Durch die Vollfarbprodukte sind Kunden auf den Geschmack gekommen und wollen das einfach nicht mehr missen. Ein Regelwerk, in dem keine graphische Auflockerung drin ist turned mich total ab. Da kann ich auch meine Medizinbücher oder Statistikbücher lesen, die sind genauso uninteressant.

Andere können auf sowas komplett verzichten.
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Re: Was Zahlt Ulisses?

Beitrag von StillerBeobachter » So 24. Apr 2016, 20:20

Ich hatte irgendwo gelesen, dass Schmidt Spiele nur aufgrund seiner Marktmacht (und um TSR seine Arroganz hinsichtlich D&D auszutreiben) die DSA-Boxen in den "normalen" Spielehandel gebracht hat. Außerdem wurde DSA wohl mit einer massiven Werbekampagne gepusht.

[Achtung: Beschwerde-Warnung!]

Dann kam die Magic-Welle und irgendwann danach die Online-RPG-Welle. Meiner persönlichen Meinung nach hat das dem Tisch-Rollenspiel einen entscheidenden Dämpfer verpasst. Hinzu kommt noch der Niedergang von Schmidt Spiele und der Übergang von DSA zu FanPro.

Damit war DSA dann raus aus dem "normalen" Spielegeschäft und ging zurück in die Nerdnische.

Was meiner Meinung nach fehlt (ob durch Werbung, Aufmerksamkeit im Spielwarenladen oder einfach nur "ältere Geschwister") ist der "Nachwuchs". Zumindest im größeren Rahmen.

Würde man der interessierten kaufwilligen Spielekundschaft mittels massivem Werbebudget einhämmern, dass Rollenspiel allgemein gesprochen) der letzte Schrei ist, würden sicherlich die Verkaufszahlen auch wieder steigen und dadurch möglicherweise die Preise sinken (aber wer will das bezahlen?).

Ein Weg, Interessierten das Hobby nahe zu bringen, sind neben den "Einsteigerboxen" mit dem ganzen "Glitz" auch eben die niedrige(re)n Preise bei Shadowrun - aber auch bei DSA-Publikationen mit Paperback-Bindung und schwarz/weiß-Druck.

Was das Kostenbeispiel von Ulisses angeht - da haben sie natürlich ein Buch mit sehr niedrigerer Auflage heran gezogen... Ulisses wird am Ende aber sicherlich nicht vom "Drauflegen" überleben. Ein hartes Brot ist das Leben als Rollenspiel-Verlag aber allemal.

Rollenspiel kommt wohl langsam (z.B. durch Big Bang Theory und MMOs usw.) aus seiner unbekannten Nerd-Ecke heraus - es ist aber sicher alles andere als ein breites Hobby in der Gesellschaft.

Aber dagegen können wir ja ´was machen! ;) :D
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